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Über

Hallo, seid herzlich gegrüsst. Auf diesem Blog findet ihr meine selbstverfassten Geschichten und Gedichte. Ich kann und will kein Hermann Hesse sein, obwohl ich vieles was der geschrieben hat, liebe. In meiner Kindheit haben mir die Geschichten von Petzi und seinen Freunden, dem Salamander Lurchi und dessen Freunden, Pipi Langstrumpf, Karlsson vom Dach, Lukas dem Lokomotivführer und seinem Freund Jim über manche Stunden, Tage und auch Wochen hinweg geholfen, mich unterhalten und mit auf ihre Reisen genommen. Der Hauptgrund für meine Schreiberei liegt einerseits in dem Bemühen, meinen Geist zwischen der hiesigen und der anderen Welt, die ebenfalls eine Realität ist "reisen" zu lassen und die Tür zwischen beiden Welten "offen" zu halten, andererseits den Begrenzungen, die uns nun mal hier im Irdischen gegeben sind, ein Schnippchen zu schlagen und meinem Geist zu erlauben dahin zu reisen wo er will, sich seine eigene Welt, seine eigene Realität zu erschaffen und sich da nieder zu lassen, wo es ihm halt gerade gefällt. (Und wenn´s ihm nicht mehr gefällt, darf er weiter ziehen ...) Musikalisch bin ich verwurzelt mit Fleetwood Mac, alles von und über Stevie Nicks, Kate Bush, Deep Purple, Whitesnake, Rainbow, Dio Pink Floyd, Led Zeppelin, Jethro Tull, All About Eve, The Mission

Alter: 54
 



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Blog

Im Waschzuber Himmel

Omas alter Waschzuber steht
gefüllt mit klarem Wasser
im Hof
vor unserem Haus

Blauer Himmel, Gelbe Sonne
Der Tag wird die pure Wonne
sie schicken mich raus

Ein großes blaues Stück von oben fällt
in den Zuber hinein
Mit einem Sprung verlass ich die Welt
und spring in den Himmel rein
bin nicht mehr traurig
bin nicht mehr allein

Sonnenstrahlen durchdringen das Wasser
halten mich fest, halten mich warm
überschütten mich mit glitzernden Diamanten
in einer Welt die so arm

Langsam steige ich hoch
hole Luft, schaue raus
Ich bin hier im Waschzuber Himmel zuhaus
viel lieber als dort
wo man mir gesagt
ich solle raus
23.3.16 11:40


Mai Gedicht

Im Dorf tanzen sie
um den Maienbaum
Der
festlich geschmückt
in der Mitte bebt und
von unten gesehen
sich lustig dreht

Die Bowle aus Waldmeister
tut ihr übriges, dass
keiner stille steht
und
jeder den Mai
ganz individuell
erlebt

Die Einen
drehend
am Maienbaum
die Anderen
kotzend
im Toilettenraum
16.3.16 11:15


Zur Wahl

Die Stadt und das Land klagten über den Staub, der zunehmend die Sonne schwächt und das Licht vertreibt, Dunkelheit liegt über dem Land und allem lebendigen Wesen fällt das Atmen schwer.

Die Wahl sollte Abhilfe schaffen und also wurde ein Termin gesetzt.

SIE saßen am Tisch und zerbrachen sich den Kopf, welchem Kandidaten, welcher Partei sie ihre Stimme geben sollten.
Seit Wochen gab es kein anderes Thema und es wurde landauf und landab diskutiert, gestritten, gepöbelt, verleumdet, beschwört,geschimpft und geflucht.
Der zusätzliche Lärm, den die Parteien und deren Kandidaten verursachten, ließen kaum jemanden in Ruhe abwägen. Etliche Parteien und deren Kandidaten, versprachen, den Staub zu entfernen, die Sterne vom Himmel zu holen und damit das Licht wieder über´s Land zu bringen. Andere konnten keinen Staub erkennen, hielten das Licht für hell genug und bezichtigten die Gegenpartei der Lüge und so entschieden

SIE, dass es das Beste wäre, eine zusätzliche PARTEI und dessen Kandidaten ins Rennen zu schicken und malten in der Wahlkabine flugs zwei zusätzliche Kästchen auf´s Wahlformular, nämlich GOTT sowie den MESSIAS als seinen Kandidaten.
Leider hatten SIE nicht bedacht, dass diese PARTEI vor langer Zeit abgewählt und seitdem nicht mehr zugelassen wurde.

Prophet Samuel Kapitel 8 - 5/7/9/18... „Setze einen König über uns der uns richte, wie ihn alle Heiden haben“

...Die PARTEI hatte verstanden ......

„Gehorche der Stimme des Volkes in allem was sie zu dir gesagt haben, denn sie haben nicht dich sondern MICH verworfen, dass ich NICHT mehr König über sie sein soll“ ... doch warne sie und verkünde ihnen das Recht des Königs, der über sie herrschen wird ...

...wenn ihr dann schreien werdet zu der Zeit über euren König, den IHR euch erwählt habt, so wird euch der HERR zu derselben Zeit NICHT erhören."

Die zuverlässigen Wahlhelfer taten, was von Ihnen verlangt wurde. Sie deklarierten die abgegebenen Stimmen für GOTT als UNGÜLTIG.
Vor etwa 2000 Jahren machte dessen Kandidat einen Versuch und stellte sich zur Wahl. Der Kandidat der Gegenpartei hieß BARABBAS.
Der dokumentierte Wahlausgang von damals, liest sich wie folgt:

Johannes 18/40:
Da schrie das Volk wiederum: „NICHT DIESEN sondern BARABBAS!“

Barabbas aber war ein Räuber.


Bei der letzten Wahl hieß keiner Barabbas. Sie hatten andere Namen.

Das Licht blieb weg. Über den Fluren, in den Wäldern und den Städten legt sich weiterhin Staubschicht auf Staubschicht. Doch

„nach der Wahl ist vor der Wahl“ und so hoffen SIE, dass vor der nächsten Wahl
diese Partei mit ihrem Kandidaten wieder zugelassen wird und
nicht wieder auf dem Stapel der ungültigen Wahlformulare endet.
13.3.16 01:10


Die Murmeln

Vor einigen Wochen saß ich auf einer Bank im Schulhof unserer alten Schule. Vor vierzig Jahren war ich dort Schüler gewesen. Noch immer zieht es mich hin wenn ich zu Besuch in meiner alten Heimatstadt bin. Ich sah ein paar Jungs beim Murmel spielen zu. Manche Dinge ändern sich nie, trotz des sogenannten digitalen Zeitalters. Mir kam eine Geschichte in den Sinn die mir jemand vor einiger Zeit erzählte. Ob sie wahr ist kann ich nicht sagen, fasziniert hat sie mich allemal und mir spontan die Geschichte aus dem neuen Testament wieder ins Gedächtnis zurück gebracht, die mich im Reli-unterricht am meisten fasziniert hatte; der wundersamen Brotvermehrung. Demjenigen, ich nenne ihn mal Tim, hat´s jedenfalls geholfen und er hat Stein auf Bein geschworen, dass es sich so und nicht anders zugetragen habe.

Tim war mit seinen Eltern in eine andere Stadt gezogen und stand unsicher vor dem Tor der Schule in die er von nun an gehen sollte. Vor kurzem hatte er seinen zehnten Geburtstag gefeiert, ohne Freunde, zwischen Umzugskartons in einer fremden Stadt in einer neuen Wohnung, einem neuen Zimmer, einem neuen Haus. Dieser Geburtstag war einfach bloß traurig gewesen.Sein neuer Lehrer stellte ihn der Klasse vor und zeigte ihm seinen Platz. Der war neben einem dicken, großen Michael. Verächtlich musterte der den verschüchterten Neuen. „Du brauchst ja nicht so viel Platz“, grinste er und ließ seine Stifte, Hefte und Bücher über dem Tisch verstreut liegen. Tim blieb nur ein schmaler Streifen der Tischplatte übrig.In der großen Pause spielten die Jungs in einer Ecke des Schulhofes ein Murmelspiel. Als Michael Tim an einen Baum gelehnt stehen sah, winkte er ihn zu sich. „Willst mitspielen?“ „Au ja“, erwiderte Tim. sie hatten ihn also doch akzeptiert. „Wo sind deine Murmeln? „Ich hab keine“, seufzte Tim, „kannst du mir nicht welche leihen?“ „Sehe ich so aus?“ Die Hosentaschen von Michael quollen regelrecht auseinander „Dann kannst du auch nicht mitspielen, mach Platz“, und er stieß ihn unsanft zur Seite.Auch in der folgenden Stunde dachte er gar nicht daran Tim auch nur eine Haaresbreite von seinem Tisch zu überlassen. In der kurzen Pause ging der Streit wieder los. Tim protestierte: „Ich brauche auch Platz zum Schreiben.“ „Dann kauf ihn dir“, knurrte Michael, „das ist mein Tisch. „Ich hab aber kein Geld.“ Dein Geld brauch ich nicht“ ,schnarrte Michael, „meine Eltern sind die reichsten Leute in der ganzen Stadt, gib mir was anderes!“ „Und was?“, fragte Tim frustriert. „Murmeln! Gib mir Murmeln!“ Micha zog aus seinem Rucksack ein Lineal und legte es triumphierend vor Tim. „Einen Zentimeter Tisch für eine Murmel!“ Er grinste, die Klasse johlte und alle riefen: „Das gilt!“

Es war Schlafenszeit. „Hast du einen schönen Tag gehabt und nette Klassenkameraden bekommen?“ Mutter strich ihm durch die Haare. Sie stellte eine Schüssel mit Obst auf seinen Nachttisch. Am liebsten hätte er losgeheult und ihr alles von seinem unverschämten Tischnachbarn erzählt. Aber sie wäre dann sofort zu seinem Klassenlehrer gegangen und dann würde er als die größte Heulsuse nicht nur der Klasse sondern gleich der ganzen Schule gelten und könnte niemandem mehr in die Augen sehen und Vater würde nur sagen: Wehr dich!„Alles bestens, Mutti. Kann ich noch ein bisschen lesen?“ „Eine halbe Stunde noch und dann Licht aus!“Tim aß die Trauben und den Apfel, las noch ein wenig ohne richtig bei der Geschichte zu sein. Dann schaltete er die Nachttischlampe aus und drehte sich zur Seite.

Es war still in der Wohnung und still auf der Straße. Die ganze Stadt schlief, als er erwachte. Etwas streichelte ihm über seine rechte Wange. Er öffnete die Augen, drehte sich um und bemerkte, dass das glanze Zimmer blau leuchtete. Das Licht kam von jemandem, der neben seinem Bett stand und ihn anschaute. Tims Herz überschlug sich fast aber der Besucher hielt seinen Finger vor dem Mund und bedeutete ihm, er bräuchte keine Angst zu haben. Er streckte ihm die Hand entgegen. Tim ergriff sie zögernd, doch er griff durch sie hindurch, weil sie nur aus Licht war. „ Hallo Tim“, klang es freundlich aus der blauen Lichtgestalt, „Gib Michael was er will und Du bekommst was du brauchst.“ Der Besucher hielt eine Murmel in der Hand, die ebenfalls blau leuchtete und forderte ihn auf: „Mach mal die Schale leer! Tim gehorchte, nahm die Überreste heraus, stand auf und warf sie in den Papierkorb. Dann kletterte er zögerlich zurück ins Bett.
Der Besucher ließ die Murmel mit leisem Klirren in die Schale rollen. „Was willst du dafür“, hörte Tim sich fragen. „Glauben“ antwortete die blaue Lichtgestalt und schmunzelte,“ihr zwei werdet beste Freunde.“ In diesem Augenblick verschwand das Licht aus dem Raum und nur die Murmel schimmerte noch blau in der Schüssel. Tims Augen wurden schwer und kurz darauf schlief er wieder tief und fest.

Als er am nächsten Morgen wach wurde, schaute er verduzt auf die Glasschüssel auf seinem Nachttisch. Sie war voller Murmeln, aus rotem, gelben und blauem Glas. Er erinnerte er sich an die vergangene Nacht. Es waren so viel, dass er drei Tüten brauchte um sie zu verstauen. Im Rucksack gab es kaum noch Platz für die Bücher. Er schmunzelte auf dem Schulweg still in sich hinein. „Danke,Danke,Danke“ murmelte er in Stoßseufzern nach oben.

Michael saß schon auf seinem Platz als Tim den Raum betrat. Schnurstraks ging der auf seinen Tischnachbarn zu, stellte den Rucksack vor dessen Nase und fragte so laut, daß alle es in der Klasse hörten und sich zu den beiden hin drehten. Tim nahm all seinen Mut zusammen: „Stehst du zu deinem Wort?“, fragte er und schaute dem Michael gerade in die Augen. Er öffnete seinen Rucksack, holte die drei Plastiktüten heraus und legte sie vor ihn hin. „Ein Zentimeter Tisch für eine Murmel waren deine Worte.“ Alle Augen waren jetzt auf Michael gerichtet, dem es unwohl zu werden schien. Immerhin hing seine Glaubwürdigkeit vor den Klassenkameraden von seiner Reaktion ab. Tim streckte seinen Zeigefinger aus und deutete auf die Mitschüler. „Ihr seid Zeugen!“, rief er. Woher er diesen Mut bekam, wusste er nicht. Es schien geradezu aus ihm heraus zu reden. "Du nimmst die Murmeln, ich krieg den Tisch!"

Wie sie sich letztlich einigten hat Tim mir nicht erzählt, aber er betonte, daß sie wirklich noch beste Freunde wurden und er kam lange Zeit nicht darüber hinweg als er einige Jahre nach seiner Schulzeit erfuhr, dass sein alter Schulfreund Michael gestorben war. „Ach, ach!“, seufzte er bei unserem letzten Zusammentreffen, „ der Micha ist viel zu früh gestorben, lang, lang vor seiner Zeit.“ Ende
24.2.16 17:26


Von einem eitlen Maulwurf namens Bo

Bo, der Maulwurf, wohnte in einer kleinen Höhle unter einer großen Wiese. Dort schaute er sich den lieben, langen Tag in einem Spiegel an und was er sah, gefiel ihm überhaupt nicht. Die spitze Nase und die Knopfaugen passten ihm nicht; er schämte sich seiner kräftigen Schaufelhände und überhaupt kam er sich nur peinlich vor.Das schlimmste aber war sein Fell. Was hatte sich sein Erfinder bloß dabei gedacht? Mit diesem grauschwarzen Anzug, so war er überzeugt, konnte er sich in der Welt da oben nicht blicken lassen, schon gar nicht in Gesellschaft anderer Maulwürfe. Dabei war er der einzige Maulwurf weit und breit in der Gegend. Seine Artgenossen, sowie Fuchs, Hase, Igel, Maus und wer sonst noch auf und unter der Wiese gewohnt hatte, nahm vor Jahr und Tag freiwillig Reißaus. Das ewige Gejammer war einfach unerträglich geworden. Eines Tages machte ein Adler Rast auf einem Baum welcher am Eingang zu Bo´s Höhlenwohnung stand. Er putzte sich gerade die Federn als es aus dem Erdreich unter ihm plötzlich jammerte und seufzte. Er horche verwundert, flog vom Baum herunter und rief: „Hallo, braucht da jemand Hilfe?“„Gäht net, gäht nät!“, grummelte es zurück. Ein spitzes Näschen und zwei Knopfaugen schauten aus dem Loch hervor, „ aber überaus nätt, dass sie fragen.“„Was ist denn passiert?“, fragte der Adler teilnahmsvoll. „Ach“, schniefte Bo, „sehen sie mal hin,“, er streckte ihm beschwörend die Hände entgegen, „solche Schaufelhände, diese Nase und dann noch dieses Fell ;ich schäm mich noch zu Tode.“ „Aber ...,sie sind doch ein Maulwurf wenn ich mich nicht irre und ... Maulwürfe sehen nun mal ... so aus.“„Das können sie gar nicht beurteilen!“, keifte ein beleidigter Bo, „überhaupt, sie und ihresgleichen, sie fliegen hoch über der Erde und wissen gar nichts von uns hier unten.“ „Natürlich weiss ich von ihnen“, der Adler konnte sich die spitze Bemerkung nicht verkneifen: „schließlich hab ich sie ja gleich erkannt. Wir sehen sie sehr gut von da oben.“„Pah“, patzte Bo zurück "kein Wort glaub ich ihnen. Der Adler beugte seinen Kopf zu Bo herab: „Steigen sie auf! Ich lade sie zu einem kleinen Rundflug ein.“ Erschrocken und fasziniert zögerte Bo einen Moment. „ Das kann ich nicht annehmen.“ Das Angebot, einmal die Welt aus dieser anderen Perspektive zu sehen,war durchaus verlockend. „Nehmen ´s die Gelegenheit wahr!“, lachte der Adler und schüttelte sein Gefieder zurecht und zwinkerte ihm zu: "Sie werden als erster fliegender Maulwurf in die Geschichte eingehen. Alle Maulwürfe dieser Welt werden sie darum bewundern und beneiden.“ Recht hatte dieser nette, große Vogel da vor ihm. So ein Angebot konnte man nicht ausschlagen. Neugierig krabbelte Bo auf den breiten Adlerrücken, kniff die Augen zu und klammerte sich im Gefieder fest.Mit einem kraftvollen Stoss hob der Adler vom Boden ab und stieg rasch in den blauen Himmel hinein. Nach einiger Zeit öffnete Bo zögernd seine Augen und schaute sich um. Wie anders seine Welt von hier oben aussah. Die Wiese unter der er lebte, war so groß wie ein Ahornblatt. Kleine Punkte und Striche bewegten sich auf schmalen Wegen. Das waren Menschen. Kleinste Farbtupfer auf den grünen Flächen die unter ihnen dahin zogen, waren Blumen Dort unten waren sie doppelt so groß wie Bo.„Achtung!“, rief der Adler und gleich darauf wurde alles weiß und feucht um sie herum. „War nur eine Wolke“, beruhigte er den Fluggast. „Wie? Sie können da einfach so durchfliegen?“ Bo hatte immer geglaubt, diese weißen Gebilde am Himmel wären so schwer und hart wie die Erde durch die er sich tagein, tagaus durch wühlte.„Da vorne ist ihre Verwandtschaft“, rief der Adler, "ein ganzes Dorf!“ " Wo denn?" Bo sah nix und lehnte sich ganz weit zur Seite.Plötzlich tat es einen gellenden Schrei -„HILLLFFFÄÄÄ!“ Eine Windböe riss den Fluggast mit sich und der stürzte nun wie ein kleiner Stein zur Erde. Dort landete er zwischen zwei Erdhügeln des Maulwurfdorfes. Staub und Gras wirbelten auf. Die Dorfbewohner reckten erschrocken ihre Nasen aus den umliegenden Erdhügeln. Sie hielten die Erschütterung für ein Erdbeben. Während sich der Staub langsam legte, erkannten sie einen ihrer Verwandten und umringten ihn. Der Älteste im Dorf, der auch Arzt war, untersuchte den Verunglückten und stellte fest, dass dieser ohnmächtig war. Er liess drei Eimer kaltes Wasser holen und schüttete sie über ihm aus. Verwirrt kam Bo zu sich und hielt sich stöhnend den Kopf. Inzwischen war auch der Adler gelandet und hielt sich taktvoll im Hintergrund. Bo rieb sich die Augen und schaute verduzt in fünfzig Maulwurfgesichter. Die glotzten genauso verduzt zurück und es kam ihm vor, als blickte er in fünfzig Spiegel. Alle trugen die gleichen Felle, hatten die gleichen Schaufelhände, die gleichen Augen, die gleichen Nasen. „Wie geht´s ihnen?“, fragte jemand mitfühlend. „Hier tut´s weh,“ klagte Bo und hielt sich den Kopf. „Was ist passiert, wie komme ich denn hier her?“ Der Adler räusperte sich und trat hervor. „Wir haben einen kleinen Rundflug gemacht, sie wollten ihre Verwandtschaft sehen.“ Die umstehende Maulwurfgemeinde schüttelte verwundert die Köpfe. "Wieso kamen sie denn nicht auf normalem Weg zu uns, so wie jeder Maulwurf?",fragten sie. Der Dorfälteste schlug sich die Hände zusammen und sprach: „Da können sie Gott danken, daß sie ein so dickes Fell haben. Alle Knochen hätten sie sich brechen können und tot wären sie gewesen!“Es ist nicht überliefert, was Bo der Dorfgemeinschaft erwiderte, aber man hat seitdem nie wieder einen nörgelden, jammernden Bo gehört oder gesehen.ENDE
21.2.16 11:08


Vom schönen Schmetterling

Vom schönen Schmetterling

Als im Frühling die Sonne vom Himmel lachte und mit ihren warmen Strahlen die Blumen und Bäume zum Erblühen brachte, schlüpfte ein Schmetterling aus seinem Kokon. Noch etwas unsicher spreizte er seine Flügel und flog in dem Baum umher den er sich im vergangenen Jahr für seine Verwandlung ausgesucht hatte, als er noch das Leben einer Raupe führte.
Bald jedoch wurde er mutiger und flog zu einem See um sich zu erfrischen.
Auf der Wasseroberfläche erblickte er sein Spiegelbild und war tief beeindruckt von der Schönheit die ihm Gott verliehen hatte. "Ich will nicht länger auf diesem Baum leben, nein, auf einer Blume will ich wohnen und die muss mindestens so schön sein wie ich." So dachte er bei sich und flog ins Land hinein. Er gelangte zu einer großen Wiese auf der unzählige Blumen in allen erdenklichen Farben standen und ihm freudig ihre Köpfchen zur Begrüßung entgegen reckten. Doch keine gefiel ihm.

Er durchflog einen finsteren Wald und gelangte zu einer Lichtung auf der ein Mensch in einem einfachen Häuschen wohnte. Im angrenzenden Garten wuchsen allerlei Blumen, die der Mensch mühsam im vergangenen Jahr gepflanzt hatte und jetzt mit Liebe und Hingabe pflegte und sich daran erfreute. Doch auch deren Schönheit rührte den Schmetterling nicht und weiter flog er in die Nacht. Schließlich ließ er sich auf einem Acker nieder, weil er müde war.

Früh am nächsten Morgen brach er auf und kam während des Tages über viele Wiesen mit noch schöneren und noch bunteren Blumen, die ihn alle zum Bleiben einluden. Doch auch sie erschienen ihm bestenfalls mittelmäßig und keinesfalls seiner Schönheit würdig. So verbrachte er die nächste Nacht unter dem Dach eines Bauernhofes.
So verging Tag um Tag, Woche um Woche.

Mittlerweile war es Sommer geworden. Die Sonne brannte heiß vom Himmel und die ersten Wiesen verdorrten mit ihrer Blumenpracht.
Jedoch erwachten nun andere Blumen, blühten und erleuchteten das glühende Land mit ihrer Pracht. Doch auch deren Schönheit genügte dem Schmetterling nicht. Er zog es weiterhin vor lieber auf Feldern, Felsen oder an grauen Hauswänden zu ruhen als sich auf einer Blume nieder zu lassen, die seinen Ansprüchen nicht genügte.

Der Herbst kam und in den Wiesen trugen die Obstbäume ihre schwere, süße Früchte. Die Menschen hatten ihre Freude daran. Während die einen mit der Ernte beschäftigt waren, mähten die anderen die Wiesen ab um Heu für das Vieh zu machen.
Dem Schmetterling gefielen nicht einmal die Obstbäume.
"Ich geh doch nicht dahin zurück woher ich kam", sprach er zu sich, "ich habe als kleine hässliche Raupe auf solch einem Baum gelebt. Jetzt aber bin ich ein schöner Schmetterling."

Schließlich brach der Winter mit eisigem Nordwind über´s Land herein und bedeckte die Erde mit einer dicken Schneedecke.
Die Flügel des schönen Schmetterlings gefroren. Er stürzte hinab in den kalten Schnee und erfror. Noch im Tod leuchtete seine Schönheit aus der weißen Schneedecke hervor.

Einige Menschen gingen in der Nähe des toten Schmetterlings spazieren.
Einer entdeckte ihn und dachte es wäre eine Blume.
"Seht mal", rief er den anderen zu, "da hat doch tatsächlich eine Blume den Wintereinbruch überlebt. Ist sie nicht schön wie sie da durch das Eis und den Schnee hindurch blüht?"
"Ja", lachten die anderen, "aber nicht mehr lange!"
17.2.16 01:07


Warten

Viele warten auf das Christkind, haben schon Weihnachtsbäume gekauft und sie auf ihre Balkone gestellt.

Andere warten auf schneebedeckte Wiesen, Felder und Hügel.
Doch in den Fluren blühen Gänseblümchen, steht duftender Raps, glucksen fröhlich die Bäche. Es gibt Nahrung im Überfluss für die Vögel des Himmels, die Tiere des Feldes, das Wild des Waldes. Kein Mangel, kein mühsames Scharren im Schnee. Wildschweine durchpflügen den Waldboden und finden die mühevoll gesammelten und vergrabenen Vorräte der Eichhörnchen. Aber auch die leiden keine Not.

Fahles, gelbes Licht scheint durch kahle Baumkronen. Alles ist bereit,
alles – WARTET.

SIE kamen vor Jahren. Leise, - keiner hörte sie. Der Erste durchschwamm den Grenzfluss. Am Ufer angelangt, schüttelte er sein Fell. An manchen Stellen schimmerte die Haut durch. Die Rippen traten sichtbar hervor.
Narben und Spuren von Kämpfen im schönen Antlitz.
ACH, - so viele Kämpfe.
Der Zweite folgte und auch er schüttelte sein Fell an unserm Ufer. Die anderen - WARTETEN - und schließlich kamen auch sie .

Die Bewohner der Städte jubelten und hießen sie willkommen. Die Regierung des Landes erließ Gesetze zu ihrem Schutz. Die Bauern – erschraken weil sie es wussten.
Die Lämmer auf den Wiesen;
deren Mütter -
wussten nichts von denen, die durchs Wasser schwammen, deren hervorstehenden Rippen, den Narben, den Mühen, von deren Kämpfen, -ach,- den vielen, vielen Kämpfen.

Nicht alle sind erfahren im Töten.
Manche werden überwältigt vom Hunger, von ihrer Gier. Die - stürmen, zerbeissen und zerreissen, schlagen die Zähne in die Flanke, reissen den weichen Bauch des Lämmchens auf, zerren die Eingeweide hervor. Wie lange sind fünfzehn Sekunden im Sterben,
bis der Erfahrene die Kehle packt und das Lämmchen aus der Hölle führt.
Wie lang sind fünfzehn Sekunden -
für die Mutter - die abseits steht?


Sie verließen die zerfallenen Stätten um Babylon, wanderten über den Sinschar,
kamen von den Höhen des Hindukushs, durchstreiften Kaukasus und suchten Schutz in den Wäldern der Karpaden.
Und so viele fanden auf dem Weg den Tod. So viel Kämpfe und überall der Tod.

Deren Allerbarmer;
er gab ihnen den Mond.
Und immer - warten sie,- warten auf dessen Vollendung am Himmel
und wie sie weinen, ach, wie sie weinen, die Kinder derer aus Babylon,
so verlassen, in den Wäldern und auf den Höhen, ohne Heimat, so viel Trauer, so viel Not.

Doch jetzt sind sie da und ein Ende hat ihre Not.

Sie warten auf den Schnee, sie warten auf das Christkind, den Weihnachtsmann und Gottes Lamm
Und die Kinder derer, die durch den Grenzfluss schwammen,
warten - auf die Lämmer - in den Wiesen - wo kein Schnee liegt. . und die Mütter der Lämmer
kennen sie – jetzt!
Und WARTEN!
15.2.16 21:35


Der Nasenbär

Es war einmal ein Nasenbär dem stank das Leben und zwar sähr Da traf er einen andern Bär der hatte keine Nase mähr und seitdem stank dem Nasenbär das Leben nicht mehr ganz so sähr
15.2.16 22:10


Der zerschlagene Krug

Als der Mensch denn wart gemacht,
wurden ihm vier Elemente dargebracht,
aus denen Er den Krug gemacht

Der sollte halten und geben das Wasser ohne das kein Leben,
den Wein den der Mensch nicht gerne trinkt allein,
vieler Früchte Saft, die schenken Gesundheit und viel Kraft

und nachdem der Mensch ihn also hat gemacht,
seiner Hände Werk Er so betracht
Er ihn prüfend in die Sonne hob,
sprach´s aus dem Krug
"Dir gebührt mein Lob, ich bitt dich nur - sei nicht so grob"

Da erschrak der Mensch und wunderte sich
"wes Geistes Kinde bist du- sprich!"
"Wir sind vom gleichen Geiste Du wie Ich,
denn der dich erschuf, erschuf auch mich -
durch Wasser, Luft, der Erde und dem Feuer!

"Der Mensch schrie laut:"Du bist ein Ungeheuer!
Willst etwa buhlen du mit mir um Macht?"
"Nein - ich sagte nur - gib Acht!
"Des Menschen große Angst und Wut
taten dem armen Kruge gar nicht gut.

Zerschmettert lag er nun am Boden
"Oh Mensch, ich wollt dich doch nur loben, so wie du den Schöpfer im Himmel droben!
Würde Er´s Euch tun so wie du mir
wär von deinesgleichen keiner hier
so lern von mir
dem zerschlagenen Krug
dass Angst und Wut tun selten gut!"
15.2.16 22:40





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