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Warten

Viele warten auf das Christkind, haben schon Weihnachtsbäume gekauft und sie auf ihre Balkone gestellt.

Andere warten auf schneebedeckte Wiesen, Felder und Hügel.
Doch in den Fluren blühen Gänseblümchen, steht duftender Raps, glucksen fröhlich die Bäche. Es gibt Nahrung im Überfluss für die Vögel des Himmels, die Tiere des Feldes, das Wild des Waldes. Kein Mangel, kein mühsames Scharren im Schnee. Wildschweine durchpflügen den Waldboden und finden die mühevoll gesammelten und vergrabenen Vorräte der Eichhörnchen. Aber auch die leiden keine Not.

Fahles, gelbes Licht scheint durch kahle Baumkronen. Alles ist bereit,
alles – WARTET.

SIE kamen vor Jahren. Leise, - keiner hörte sie. Der Erste durchschwamm den Grenzfluss. Am Ufer angelangt, schüttelte er sein Fell. An manchen Stellen schimmerte die Haut durch. Die Rippen traten sichtbar hervor.
Narben und Spuren von Kämpfen im schönen Antlitz.
ACH, - so viele Kämpfe.
Der Zweite folgte und auch er schüttelte sein Fell an unserm Ufer. Die anderen - WARTETEN - und schließlich kamen auch sie .

Die Bewohner der Städte jubelten und hießen sie willkommen. Die Regierung des Landes erließ Gesetze zu ihrem Schutz. Die Bauern – erschraken weil sie es wussten.
Die Lämmer auf den Wiesen;
deren Mütter -
wussten nichts von denen, die durchs Wasser schwammen, deren hervorstehenden Rippen, den Narben, den Mühen, von deren Kämpfen, -ach,- den vielen, vielen Kämpfen.

Nicht alle sind erfahren im Töten.
Manche werden überwältigt vom Hunger, von ihrer Gier. Die - stürmen, zerbeissen und zerreissen, schlagen die Zähne in die Flanke, reissen den weichen Bauch des Lämmchens auf, zerren die Eingeweide hervor. Wie lange sind fünfzehn Sekunden im Sterben,
bis der Erfahrene die Kehle packt und das Lämmchen aus der Hölle führt.
Wie lang sind fünfzehn Sekunden -
für die Mutter - die abseits steht?


Sie verließen die zerfallenen Stätten um Babylon, wanderten über den Sinschar,
kamen von den Höhen des Hindukushs, durchstreiften Kaukasus und suchten Schutz in den Wäldern der Karpaden.
Und so viele fanden auf dem Weg den Tod. So viel Kämpfe und überall der Tod.

Deren Allerbarmer;
er gab ihnen den Mond.
Und immer - warten sie,- warten auf dessen Vollendung am Himmel
und wie sie weinen, ach, wie sie weinen, die Kinder derer aus Babylon,
so verlassen, in den Wäldern und auf den Höhen, ohne Heimat, so viel Trauer, so viel Not.

Doch jetzt sind sie da und ein Ende hat ihre Not.

Sie warten auf den Schnee, sie warten auf das Christkind, den Weihnachtsmann und Gottes Lamm
Und die Kinder derer, die durch den Grenzfluss schwammen,
warten - auf die Lämmer - in den Wiesen - wo kein Schnee liegt. . und die Mütter der Lämmer
kennen sie – jetzt!
Und WARTEN!
15.2.16 21:35
 
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